
Achtsamkeit im Berufsalltag: Kleine Impulse für mehr Ruhe zwischen den Terminen
Zwischen zwei Meetings noch schnell die E-Mails checken, währenddessen klingelt das Telefon, und im Kopf läuft schon die Präsentation für morgen mit. Kommt dir das bekannt vor? Der Berufsalltag vieler Menschen ist heute so dicht getaktet, dass für bewusste Pausen kaum noch Raum bleibt – und genau das ist der Nährboden für das Gefühl, ständig überfordert zu sein, das ich in meinem ersten Artikel beschrieben habe.
Die gute Nachricht: Achtsamkeit lässt sich auch im vollsten Terminkalender integrieren – nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern als kleine Unterbrechung, die den Autopiloten stoppt.
Warum gerade der Berufsalltag Achtsamkeit so nötig hat
Im Job sind wir es gewohnt, zu funktionieren – Aufgabe nach Aufgabe, Termin nach Termin. Das eigene Befinden rückt dabei oft in den Hintergrund, bis es sich irgendwann lautstark meldet: durch Gereiztheit, Konzentrationsschwierigkeiten oder das Gefühl, den eigenen Tag nicht mehr selbst zu steuern.
Wie in meinem Artikel zu Achtsamkeit als Grundlage beschrieben, geht es dabei nicht darum, Stress komplett zu vermeiden – das ist im Berufsleben selten realistisch. Es geht darum, wieder die Fähigkeit zu entwickeln, bewusst innezuhalten, statt sich vom Tag treiben zu lassen.
Drei Achtsamkeits-Impulse für den Arbeitsalltag
1. Der bewusste Übergang Bevor du ein Meeting verlässt und ins nächste gehst, nimm dir 30 Sekunden Zeit für drei bewusste Atemzüge. Das klingt banal, unterbricht aber den automatischen Wechsel von einer Aufgabe zur nächsten, ohne dass dazwischen überhaupt etwas "ankommt".
2. Der Ein-Sinnes-Moment Wähle einmal am Tag eine ganz gewöhnliche Handlung – den ersten Schluck Kaffee, das Öffnen der Bürotür, den Weg zum Drucker – und erlebe sie einmal ganz bewusst mit einem Sinn (z. B. Geschmack, Geräusch, Berührung). Kleine Anker, die dich immer wieder ins Hier und Jetzt zurückholen.
3. Die ehrliche Check-in-Frage Statt automatisch "gut, und dir?" zu antworten, wenn dich jemand fragt, wie es dir geht, halte kurz inne und beantworte dir selbst ehrlich: Was brauche ich gerade wirklich? Diese Frage laut auszusprechen ist nicht immer nötig – sie sich selbst zu stellen, reicht oft schon, um wieder mit sich selbst in Verbindung zu kommen.
Wenn der Job zur dauerhaften Belastung wird
An dieser Stelle ist mir eine Klarstellung wichtig: Die oben genannten Impulse helfen dabei, mit dem ganz normalen Trubel des Arbeitsalltags achtsamer umzugehen. Sie sind jedoch kein Ersatz für professionelle Unterstützung, wenn die Belastung im Job über einen längeren Zeitraum sehr stark ist oder sich bereits Anzeichen einer ernsthaften Erschöpfung zeigen.
Coaching setzt präventiv an – bei Menschen, die merken, dass die Reserven langsam knapper werden, und die aktiv gegensteuern möchten, bevor daraus mehr wird. Besteht der Verdacht auf eine bereits fortgeschrittene Erschöpfung oder ein Burnout, ist das ärztliche oder therapeutische Terrain – hier lohnt sich immer ein Gespräch mit deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin. Achtsamkeitscoaching kann dann, in Absprache mit der behandelnden Fachperson, eine sinnvolle Ergänzung sein.
Ein erster Schritt für deinen Arbeitsalltag
Du musst nicht alle drei Impulse gleichzeitig einbauen. Wähle einen aus, der dir am ehesten zusagt, und probiere ihn eine Woche lang bewusst aus. Kleine, wiederholte Momente wirken auf Dauer oft mehr als der eine große Vorsatz, der nach drei Tagen wieder im Alltag untergeht.
Wenn du merkst, dass du dir dabei Unterstützung wünschst – jemanden, der mit dir gemeinsam schaut, wie sich mehr Achtsamkeit ganz konkret in deinen Arbeitsalltag integrieren lässt – dann begleite ich dich gerne dabei.
